Newsletter 01-2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

der digitale Wandel macht sich auch in der Beratung bemerkbar. Im Webinar "EBmooc - digitale Werkzeuge für ErwachsenenbildnerInnen" wurde unter anderem das Thema Onlineberatung (Text- und Videoformate) behandelt. Unser Kollege Christian Soyk vom RQZ Leipzig teilt mit uns seine Erfahrungen.

Das RQZ Mainz bietet ab dem 5. Oktober das neue Fachmodul Laufbahnentwicklung und Entscheidungsberatung für Mitarbeitende der Zentralen Studienberatung, Studienfachberatende und Beratende von Career Centern an.

Weitere Themen des Newsletters sind:

  • Förderung der beruflichen Weiterbildung - Informationen zum AWStG
  • Kurzfilm: Aller guten Dinge sind drei – B3 Bildung und Beratung
  • Werkzeuge für die Beratungspraxis
    • Kompetenzbilanz-Verfahren bei der Stiftung Warentest getestet
    • DGWF-Broschüre "Fördermöglichkeiten in der Weiterbildung"
    • Internetseite: "Anerkennung in Deutschland"
    • Mehrsprachiges Fachwörterbuch für die Anerkennungsberatung
    • Terminologiesammlung Deutsch – Englisch für Berufsbildungsfachleute

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihre Online-Redaktion des RQZ-Verbunds

 

 

Digitale Tools in der Bildungsberatung – Zukunft oder bereits Realität?

Von Anfang März bis Mitte April fand der „EBmooc – Offener Onlinekurs zu digitalen Werkzeugen für ErwachsenenbildnerInnen“ statt. Organisiert und durchgeführt von österreichischen KollegInnen von CONEDU, TU Graz und WerdeDigital.de war dies der erste MOOC seiner Art im deutschsprachigen Raum. Die Themenpalette war durchaus vielfältig und reichte von einem Überblick über nützliche Werkzeuge wie Etherpads, Apps zur Durchführungen von ad hoc Befragungen über das Thema Social Media in der Erwachsenenbildung, Blended Learning und E-Learning sowie Offene Bildungsressourcen bis hin zum Thema Bildungs- und Lernberatung mit Online-Unterstützung.

Wird Bildungs- und Lernberatung insgesamt als eine Form pädagogischen Handelns gesehen, sind die Inhalte aller Module relevant und auf Beratungskontexte zu adaptieren. Besonders interessant erschien mir jedoch die Auseinandersetzung mit der onlinegestützten Beratung. Insgesamt ist das Thema ja nicht neu, jedoch fokussierten wir bisher in der Basisqualifizierung nur rudimentär auf die Möglichkeiten, die uns und natürlich Ratsuchenden die Digitalisierung eröffnet. Frei verfügbare Tools wie Skype, Zoom oder Appear.in ermöglichen mit relativ wenig Aufwand einen videobasierten Kontakt zwischen Beratenden und Ratsuchenden, bei Bedarf sogar in Konferenz.

Der Mehrwert von Online-Bildungsberatung besteht beispielsweise darin, dass über Bildschirmfreigaben gemeinsam Dokumente angesehen werden können, etwa wenn es um ein Bewerbungsschreiben oder eine bestimmte Lernaufgabe geht. Vor allem sparen sich die beteiligten Akteure aber Zeit für An- und Abfahrt und können so Beratungstermine flexibler gestalten.

Nachteilig mag maximal die Frage nach dem Datenschutz erscheinen. In Österreich gibt es deshalb ein Beratungsportal, über das Beratung auch anonym stattfinden kann: die Online-Bildungsberatung Österreich. Allgemein sollte beim Thema Datenschutz bitte nicht pauschal geurteilt werden. Je nach Fall muss gemeinsam darüber entschieden werden, ob die Nutzung eines (freien) Internetdienstes sicher erscheint oder nicht. Auch innerhalb von Beratungseinrichtungen sollte darüber Konsens bestehen. Dass die Nutzung die Freiwilligkeit der Ratsuchenden voraussetzt, versteht sich von selbst.

Onlinebasierte Bildungsberatung ist noch nicht etabliert – zumindest im öffentlich-rechtlichen Sektor. In der Realität findet die Kommunikation aber bereits zu großen Anteilen digital statt. Private Anbieter von Weiterbildung setzen im Rahmen ihrer Beratungsleistungen bereits auf derartige Angebote, auch um ihren Aktionsradius zu vergrößern. Mit einem Blick in die Zukunft wage ich die These, dass Meetings in virtuellen Räumen von der Bedeutung und Wahrnehmung her bald realen Begegnungen oder Telefongesprächen gleichstellt sein werden – auch in pädagogischen Kontexten wie Bildungsberatung. Ich plädiere deshalb dafür, sich von Vorbehalten und Befürchtungen gegenüber digitalen Werkzeugen zu lösen und im geschützten Raum, bspw. mit KollegInnen, auszuprobieren, was digitale Werkzeuge leisten können. Noch bis Ende August sind die Lehrvideos, Transkripte und weitere Materialien nach Registrierung verfügbar. Dann geht er offline und wird 2018 neu aufgelegt.

Erfahrungsbericht von Christian Soyk, RQZ Leipzig, Kontakt: christian.soyk@leipzig.de

Infos zum EBmooc: erwachsenenbildung.at/ebmooc/

Infos zur Online-Bildungsberatung Österreich: www.bildungsberatung-online.at

 

Laufbahnentwicklung und Entscheidungsberatung - Fortbildung für Studienberatende

Noch nie hatten junge Menschen so viele Möglich­keiten und Wahlfreiheiten, ihr Leben nach Beendi­gung der (höheren) Schullaufbahn zu gestalten: Studium oder nicht?, wenn ja: welches Studium, Uni oder FH, an welchem Ort? Aber auch im Rahmen des Studiums stehen Studierende immer wieder vor bildungsbiografischen Entscheidungen. Dabei gilt: Entscheidungen müssen getroffen werden, dies fällt häufig schwer und ist mit viel Unsicherheit und oft auch Unwissenheit verbunden; und manchmal ist es noch schwerer, einmal getroffene Entscheidun­gen wieder zu ändern. Entscheidungsprozesse sind hochkomplex und stets ein Gemenge aus emotiona­len und kognitiven Prozessen.

Das Regionale Qualifizierungszentrum (RQZ) Mainz möchte mit einer Fortbildung vom 5. bis 7. Oktober 2017 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungseinrichtungen an Hochschulen dabei unterstützen, ihre Professionalität im Feld der Ent­scheidungsberatung zu stärken und weiter zu ent­wickeln.

Auf der Basis der Beratungserfahrungen der Teil­nehmenden liegt der Fokus der Fortbildung auf der Klientel, die Schwierigkeiten hat, klare Entscheidun­gen zu treffen. Im Seminar reflektieren die Studien­beraterinnen und -berater ihre Rolle mit Blick auf den Student- Life-Cycle, und darauf, welche Aufgaben die selbst wahrnehmen bzw. – theoriegeleitet – wahrnehmen sollten.

Im Seminar wird keine „Standardberatung“ ver­mittelt, da Beratung als Beziehungsgeschehen indi­viduell ist. An drei Tagen sollen deshalb Ideen und Anregungen für den Berufsalltag entwickelt werden, die für die Teilnehmenden stimmig und passend sind und die motivieren, sie in der Praxis anzuwenden und zu überprüfen.

Die Qualifizierung ist von der Fortbildungskommis­sion der Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen e.V. (GIBeT) akkreditiert. Sie wird damit als Leistungsnachweis für die Mo­dule B2 und C2 zum Erwerb des GIBet-Zertifikats anerkannt.

Nähere Informationen und Anmeldung hier

Barbara Lampe, RQZ Mainz, Kontakt: lampe@zww.uni-mainz.de

 

Förderung der beruflichen Weiterbildung - Informationen zum AWStG

Mit dem „Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz“ (AWStG) hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im August 2016 den Zugang von Beschäftigten zur Förderung der beruflichen Weiterbildung offener gestaltet und das inhaltliche Spektrum geförderter Fortbildungen erweitert.

Hier die für die Förderung der beruflichen Weiterbildung notwendigen individuellen Voraussetzungen:

Die Förderung kann eingesetzt werden, wenn die Weiterbildung notwendig ist,

  • um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern,
  • eine ihnen drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder
  • wegen fehlenden Berufsabschlusses.

Ein fehlender Berufsabschluss ist auch dann gegeben, wenn eine Berufsausbildung im Grunde vorliegt, aber seit mind. vier Jahren eine berufsfremde Tätigkeit an- bzw. ungelernt ausgeübt wurde und der erlernte Beruf voraussichtlich nicht mehr ausgeübt werden kann.

Bis August 2016 konnte die Arbeitsagentur nach § 82 SGB III berufliche Weiterbildungen nur für Beschäftigte, die das 45. Lebensjahr vollendet haben, fördern. Mit dem neuen § 131a SGB III ist diese Altersgrenze weggefallen. Immer gilt, dass der Arbeitgeber mindestens 50% der Lehrgangskosten trägt. Ausnahme: Für Beschäftigte von Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten soll die Arbeitsagentur die vollen Kosten übernehmen.

Mit dem AWStG ist nun auch die Förderung von Grundkompetenzen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik und Informations- und Kommunikationstechnologien durch die Arbeitsagentur möglich geworden, wenn dies für den erfolgreichen Abschluss einer beruflichen Weiterbildung erforderlich ist.

Die neue Gesetzgebung soll insbesondere auch das Nachholen von Berufsabschlüssen unterstützen. Deshalb erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einer nach § 81 SGB III geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt, Prämien für das Bestehen einer Zwischenprüfung (1.000 Euro) und für das Bestehen der Abschlussprüfung (1.500 Euro).

Weitere Informationen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung durch die Arbeitsagentur finden Sie auf unserer Internetseite Weiterbildungsberatung NRW

 

 

Kurzfilm: Aller guten Dinge sind drei – B3 Bildung und Beratung 

Bereits im letzten Newsletter haben wir Ihnen das Teilprojekt des IQ-Netzwerks Baden-Württemberg „B3 –Bildung und Beratung“ vorgestellt. Hier wird mit Hilfe des RQZ Mainz die Basisqualifizierung "Bildungsberatung und Kompetenentwicklung in der VHS Freiburg durchgeführt.  Ziel von „B3“ ist es, Migrantinnen und Migranten mit einem im Ausland erworbenen akademischen Abschluss im pädagogisch-sozialen Bereich zu (Bildungs-)Beraterinnen und Beratern zu qualifizieren.

Auf der Internetseite vom IQ-Netzwerk finden Sie einen spannenden, visuellen Nachtrag.

Hier geht es zum Film "Aller guten Dinge sind drei": http://www.netzwerk-iq-bw.de/de/video.html

 

 

Werkzeuge für die Beratungspraxis

Kompetenzbilanz-Verfahren bei der Stiftung Warentest getestet

Von Dezember 2015 bis Mai 2016 hat die Stiftung Warentest elf Kompetenzbilanzverfahren getestet. Auch der ProfilPass und der Talentkompass NRW waren darunter. Die Ergebnisse bieten sowohl den Ratsuchenden als auch Beraterinnen und Beratern einen guten Überblick und helfen bei der Einschätzung welches Instrument am besten geeignet ist. Die Testergebnisse mit dem Titel "Stärken sichtbar machen" sind auf der  neuen Internetseite "Weiterbildungsguide" veröffentlicht.

Der kostenlose  "Weiterbildungsguide" bietet interaktive Tools zur  Weiterbildungssuche an. Unter www.weiterbildungsguide.de werden Themen, wie Angebote, Kurse, Finanzierung etc. erläutert.

 

 

DGWF-Broschüre "Fördermöglichkeiten in der Weiterbildung" 

 

Die Onlinebroschüre bietet einen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten der Förderung von berufsbegleitenden Studienangeboten in Form von Bildungsfreistellung oder finanziellen Unterstützungen in den Bundesländern.

Link zur pdf-Datei:  https://dgwf.net/fileadmin/user_upload/DGWF-Broschuere_Foerdermoeglichkeiten.pdf

Internetseite: "Anerkennung in Deutschland"

Das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation.

Derzeit gibt es für Italien, Polen, Rumänien, Spanien, Griechenland und für die Türkei kompakte Informationen zum Angebot  in der entsprechenden Landessprache. Neben dem Online-Angebot können auch mehrsprachige Informationsmaterialien bestellt werden, die den Anerkennungsprozess einfach erklären.

Daneben gibt es einen extra Bereich für Beraterinnen und Berater.

Link zur Homepage: https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/

 

Mehrsprachiges Fachwörterbuch für die Anerkennungsberatung

Die Handreichung der IQ Beratungsstelle MOZAIK in Bielefeld enthält etwa 500 übersetzte Begriffe, ist nach Themengebieten unterteilt und orientiert sich am Ablauf einer Beratung. Die deutschen Begriffe sind in vier Sprachen übersetzt worden: Englisch, Arabisch, Persisch und Kurdisch-Sorani.

Link zur PDF-Datei: https://www.weiterbildungsberatung.nrw/materialien/pdfs/thema-anerkennung/mehrsprachiges-fachwoerterbuch-Beratung

 

Terminologiesammlung Deutsch – Englisch für Berufsbildungsfachleute

Diese Veröffentlichung des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) kann kostenlos bestellt werden und steht als PDF Download zur Verfügung. Die Arbeitshilfe kann man gut in der Fachberatung Berufliche Anerkennung nutzen.

Link zur PDF-Datei: https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/en/publication/download/8049