Newsletter 01-2016

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir freuen uns Ihnen nach einjähriger Pause unseren neuen Newsletter präsentieren zu dürfen. Hier stellen wir Ihnen ab jetzt wieder halbjährlich Aktuelles aus dem Bereich Bildungsberatung, Neuigkeiten aus den regionalen Qualifizierungszentren, Literaturempfehlungen sowie bevorstehende Termine und Veranstaltungen vor.

Außerdem hat unsere Verbundwebseite ein neues Gesicht. Die Homepage hat ein neus Layout erhalten und wurde inhaltlich vollständig überarbeitet.

Weitere Themen des Newsletters sind:

  • Das Regionale Qualifizierungszentrum Nordrhein-Westfahlen hat das Fachmodul „Ins Handeln kommen - im Handeln bleiben. Stärkung der Handlungskompetenz von Ratsuchenden“ neu konzipiert.
  • Dr. Ulrike Weymann stellt das Buch „Beratungswissen für die Erwachsenenbildung“  von Cornelia Maier-Gutheil und Kira Nierobisch vor.
  • Nachruf: Wir trauern um Dr. Andrea de Cuvry.

Diese und die aktuellen Termine der Fortbildungen des Verbundes finden Sie nachstehend. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

Ihre Online-Redaktion des RQZ-Verbunds

 

 

bildungsberatung-verbund.de hat ein neues Gesicht

Der Onlineauftritt des Verbundes Bildungsberatung & Kompetenzentwicklung (www.bildungsberatung-verbund.de) hat nach etwa neun Jahren mit altbekanntem Layout in den letzten Wochen ein neues Design erhalten. Damit sind unsere Inhalte jetzt übersichtlicher und einfacher zu bedienen. Diese sind jetzt auch optimiert für mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones.

Bildschirme­­

Alle dargestellten Inhalte sind nun in der Größe variabel. Die neue Struktur wirkt weniger überladen und ermöglicht ein leichteres Navigieren. Die größten Neuerungen stellen wir Ihnen im Folgenden kurz vor:

StandortkarteStandortkarte

Unsere interaktive Standortkarte leitet Sie mit einem Mausklick direkt ins gesuchte Regionale Qualifizierungszentrum (RQZ)

 

 

 

Trainerinnen und Trainerpool

Alle Trainerinnen und Trainer der Basisqualifizierung sowie der Fachmodule sind nun einem gemeinsamen Trainerinnen und Trainer-Pool versammelt, so dass Interessierte sich über unsere erfahrenen Seminarleitungen, ihre Kompetenzen, ihre beruflichen Hintergründe und ihre thematischen Schwerpunktsetzungen informieren können.

Fortbildungen auf einen Blick

Alle Veranstaltungen können nun auf einen Klick! abgerufen werden. Unter der Rubrik Fortbildungen auf einen Blick werden Sie auf zwei tabellarische Übersichten weitergeleitet. Die obere Tabelle zeigt alle Starttermine der regionalen Bildungsberatungsreihen, die untere zeigt alle Daten der angebotenen Fachmodule. Die Tabellen können Sie nach Namen oder Standorten durchsuchen und beliebig nach anbietendem RQZ, dem Datum sowie nach den Titeln der Fortbildung sortieren. Ein Mausklick auf den Titel der Fortbildung leitet Sie automatisch zum dazugehörigen RQZ weiter.

Sortierfunktion

Newsletter wiederbelebt

Im Zuge des Relaunches haben wir auch den Newsletter (früher Verbundinfos intern) wieder aktiviert. Hier stellen wir halbjährlich Aktuelles aus dem Bereich Bildungsberatung, Neuigkeiten aus den regionalen Qualifizierungszentren, Literaturempfehlungen sowie bevorstehende Termine und Veranstaltungen vor. Über die Startseite kommen Interessierte nun direkt zur Anmeldung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dem neuen Verbund-Angebot und freuen uns auf Ihre Anregungen, auf Lob und Kritik.

 

Neues Fachmodul in Nordrhein-Westfalen entwickelt

Unter dem Titel „Ins Handeln kommen - im Handeln bleiben“ findet Ende April erstmals ein neu konzipiertes Fachmodul des RQZ Nordrhein-Westfalen in Essen statt.

Viele Beraterinnen und Berater erfahren in ihrem beruflichen Alltag, dass Ratsuchende die Beratung zwar motiviert und mit Veränderungswillen, -plänen und -ideen in der Tasche verlassen, die Umsetzung der Veränderungspläne jedoch nicht oder nur unzureichende gelingt. Dieses Phänomen wird im englischen als „knowing-doing-gap“ bezeichnet. Damit ist die Lücke gemeint, die zwischen dem Veränderungswillen und -wollen („knowing“) sowie der tatsächlichen Handlung („doing“), also dem Machen steht.

Das neue Fachmodul setzt genau hier an und gibt den Beraterinnen und Beratern Werkzeuge an die Hand, die Handlungskompetenz der Ratsuchenden zu stärken, um sie so beim „In-die-Gänge-kommen“ unterstützen zu können.

Neben theoretischen Hintergrundwissen rund um die Themen Zielsetzung und -erreichung, Handlungsphasen, Motivationspsychologie sowie einem Exkurs in die Neurologie zum bewusst und unbewusst gesteuerten Verhalten, steht das methodische Handwerkszeug im Mittelpunkt. Es werden verschiedenen Methoden und Übungen zur Stärkung der Handlungskompetenz vorgestellt und ausprobiert. Hinzu kommt eine Auswahl an Praxismaterialien und Checklisten zum Mitnehmenden.

Die zweitägigen Fortbildung wird von einem erfahrenem Trainerinnentandem aus Aachen geleitet: Eva Linke ist seit über 20 Jahren als Beraterin, Trainerin und Projektmanagerin in den Bereichen Beruf und Bildung tätig und leitete sechs Jahre lang die Bildungsberatung Aachen. Petra Pomowski arbeitet unter anderem seit über 14 Jahren im Bereich der körperorientierten Psychotherapie, Coaching und Supervison in eigener Praxis und ist seit vielen JahrenTrainerin für soziale Kompetenzen in Maßnahmen für Arbeitssuchende, Langzeitarbeitslose (50+) und Menschen mit Migrationshintergrund.

Termin ist der 28.-29. April 2016 im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen Werden. Für weitere Informationen und zur Anmeldung bitte hier klicken.

 

 

Buchbesprechung: „Beratungswissen für die Erwachsenenbildung“

Beratungswissen für die EB II

Beratung gewinnt für unsere Gesellschaft sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich eine immer größere Bedeutung als Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfe. Die Gründe dafür sind vielfältig und in der Auflösung traditioneller Rollenbilder, der damit einhergehenden Pluralisierung von Lebensentwürfen, der Technisierung und Umstrukturierung der Arbeitswelt sowie gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen wie Virtualisierung und Globalisierung zu finden. Bereits vor fünfzehn Jahren rief die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie im Rahmen der ersten Frankfurter Erklärung zu einem neuen Diskurs über Beratung auf, der der Relevanz von Beratung für die Entscheidungsfindung des Einzelnen gerecht wird. Eine systematisierende Darstellung des Beratungsfelds in der institutionalisierten Erwachsenen- und Weiterbildung stand jedoch nach wie vor aus. Der gerade in der Reihe Studientexte für Erwachsenenbildung erschienene Band „Beratungswissen für die Erwachsenenbildung“ von Cornelia Maier-Gutheil und Kira Nierobisch schließt diese Lücke und gibt einen umfassenden und sehr gut strukturierten Überblick über das Feld der Beratung in der Erwachsenenbildung. Die Autorinnen plädieren dafür, Beratung als pädagogische Handlungsform ernst zu nehmen und werden damit der wachsenden Bedeutung von Beratung in diesem Feld gerecht.

Nachdem ein einleitendes Kapitel in die Gesamtthematik eingeführt hat, skizziert das zweite Kapitel die historische Entwicklung des Beratungsfelds. Das Beratungsverständnis wird als eine Grundform pädagogischen Handelns durch Rückbindung an Konzepte des Lernens und Theorien der Bildung kontextualisiert. Kapitel drei dient der Ausdifferenzierung (Person versus Organisation, Beratung versus Therapie) und weiteren Systematisierung. Die Autorinnen bieten hier einen konzisen Überblick über psychologische Theorieansätze und pädagogische Systematisierungsmodelle, wohingegen das nächste Kapitel das eigentlichen Beratungsgeschehen in den Blick nimmt: Hier werden die Grundhaltungen in der Beratung, die statthabende Kommunikation und die Phasen in der Beratung als einem Problemlöseprozess fokussiert. Kapitel fünf widmet sich den verschiedenen Beratungsformaten (Lern-, Kurs-, Studien-, Berufs und Karriereberatung, Kollegiale Beratung, Mediation, Coaching, Supervision, Mentoring) und Kapitel sechs stellt weiterführende Überlegungen zur Professionalisierung und Qualitätsentwicklung von Beratung an.

Durchgängig geben die beiden Autorinnen Denkanstöße in den einzelnen Kapiteln und fordern wiederholt zur eigenen Meinungsbildung auf. Ganz explizit geschieht dies jedoch zum Abschluss der Monographie durch eine kritische Befragung der Funktion von Beratung als einem Steuerungsinstrument neoliberaler Zielvorgaben. Besonders kritisch werden zu Recht die regulative Beratung und obligatorische Beratungsgespräche diskutiert, da hier prüfende und beratende Funktionen häufig verschwimmen. Das den Band abschließende achte Kapitel bietet ein resümierendes Fazit.

Die einzelnen Kapitel der Monographie sind gut aufbereitet. In grau unterlegten Kästchen werden grundlegende Definitionen hervorgehoben und am Ende eines Kapitels finden sich Zusammenfassungen der zentralen Aussagen. Der Band lässt sich sehr gut auch als Unterrichts- und Seminarmaterial einsetzen, da die einzelnen Kapitel durch einen Fragenkatalog zur Vertiefung und Reflexion ergänzt werden, die sich auch zur Gruppenarbeit und Plenumsdiskussionen eignen. Interessierten Leser/innen wird am Ende jeden Kapitels weiterführende Literatur genannt. Darüber hinaus sind für den Studienband didaktisch aufbereitete Lernmaterialien im Internet-Angebot des DIE und auf der Website des Bertelmann Verlags zu finden. Den Autorinnen Maier-Gutheil und Nierobisch ist der Spagat gelungen, komplexe Themen verdichtet darzustellen, ohne sie dabei zu verkürzen. Sie tragen damit zu einer Klärung des spezifischen Professionalitätsanspruchs der pädagogischen Beratung und zu deren Verortung innerhalb der Erwachsenenbildung bei.

Die Autorin Dr. Kira Nierobisch ist seit vielen Jahren Dozentin beim RQZ Mainz und auch Trainerin einer universitätsinternen Qualifizierung für Studienfachberatende im Rahmen des Projekts „Lehren, Organisieren, Beraten (LOB)“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die Autorin Dr. Cornelia Maier-Gutheil ist Akademische Rätin auf Zeit am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg, Arbeitseinheit Weiterbildung und Beratung.

Buchbesprechung: Dr. Ulrike Weymann. Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.

 

Nachruf: Dr. Andrea de Cuvry

Dr. Andrea de Cuvry, Trainerin des Verbundes regionaler Qualifizierungszenten (RQZ) von Beginn an, ist im Alter von 50 Jahren verstorben. Wir haben mit ihr eine Kollegin verloren, die reflektiert und ideenreich zugleich war, die Dinge vorangetrieben hat, ohne zu übereilen.

Dr. Andrea de Cuvry hat anfangs die RQZ-Kolloquien für den ersten wissenschaftlichen Partner des RQZ Schleswig-Holstein/Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, bei der sie als Lehrbeauftragte beschäftigt war, mit abgenommen. Später hat sie in zahlreichen Durchläufen die Module I und II der Basisqualifizierung trainiert. Das zweite Neumünsteraner RQZ-Flaggschiff, die Weiterbildung „Bildungs- und Qualifizierungsberatung in Unternehmen“ hat Andrea in wesentlichen Teilen selbst entwickelt und die Weiterbildung mehrfach verantwortlich durchgeführt. Dabei hat sie die Teilnehmer/innen aus drei Durchläufen bis zur erfolgreichen Erlangung eines universitären Zertifikates geführt und begleitet.

Ihre Trainertätigkeit – aber auch jede Begegnung und jedes Gespräch mit ihr - waren immer geprägt von ihrem Charisma, ihrer – einfach gesagt - tollen menschlichen Art, ihrer Fachlichkeit und ihrer spürbaren Wertschätzung anderen gegenüber.

Wir werden Dr. Andrea de Cuvry sehr vermissen.

Im Namen des Verbundes: Dirk Kessemeyer und Barbara Lampe