Newsletter 02-2016

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

im soeben erschienen Handbuch Pädagogische Beratung über die Lebensspanne stellen Barbara Lampe und Kira Nierobisch unsere Arbeit im Kapitel „Professionalität und Professionalisierung von Beratung“ vor. Im dem Aufsatz Institutionalisierte Fortbildungsangebote für Beratende: Regionale Qualifizierungszentren (RQZ) als Beispiel werden die gesellschaftlichen Tendenzen, die bildungspolitischen Hintergründe und die institutionellen Entwicklungen des Bereichs beleuchtet. Schwerpunkt des Artikels bildet die  Beschreibung des Weiterbildungsangebots mit seinen didaktischen Implikationen. Abschließend geben die Autorinnen mithilfe von zentralen Fragestellungen einen Ausblick bezüglich der Situation der Bildungsberatung-Weiterbildungen.

 

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Gieseke, Wiltrud & Nittel, Dieter (Hrsg.) (2016): Handbuch Pädagogische Beratung über die Lebensspanne. Wiesbaden: Springer VS (ISBN: 978-3-7799-3128-7; 98,00€)

Leseprobe

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Ihre Online-Redaktion des RQZ-Verbunds

 

Basisqualifizierung „Bildungsberatung und Kompetenzentwicklung“ im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ etabliert.

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In Freiburg wurde die Brückenmaßnahme „Bildung und Beratung für pädagogische Berufe“ erfolgreich gestartet. Das Qualifizierungsangebot richtet sich an Menschen mit einem im Ausland erworbenem akademischen Abschluss in Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Ethnologie oder Soziologie.

Bausteine der Qualifizierung sind:

  • Basisqualifizierung „Bildungsberatung und Kompetenzentwicklung“ (Module 1-5 und Kolloquium),
  • Intensivdeutschkurs mit Abschlussprüfung auf C1 Niveau,
  • Berufscoaching, Anerkennungsberatung und berufspraktischen Hospitationen.

 

Projektbeschreibung

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B3 - Brückenmaßnahme Bildung und Beratung für pädagogische Berufe
in Freiburg erfolgreich gestartet

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Der Bedarf an qualifizierten (Bildungs-)Beraterinnen und Beratern für Neuzugewanderte steigt. Sie fehlen an Schulen, in Behörden und allen Institutionen, die Unterstützung für diese Zielgruppe anbieten. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Migrantinnen und Migranten mit einem im Ausland erworbenen akademischen Abschluss im pädagogisch-sozialen Bereich. Obwohl viele von ihnen schon lange hier sind und sehr gut Deutsch sprechen, finden sie in ihrem eigentlichen Beruf keine Beschäftigung.

Hier setzt die Brückenmaßnahme Bildung und Beratung für pädagogische Berufe mit ihrem Qualifizierungsangebot an. Sie ist konzeptionell entwickelt worden vom IQ Netzwerk Baden Württemberg, dem Amt für Migration und Integration Stadt Freiburg, der VHS Freiburg Fachbereich Deutsch als Fremdsprache, dem Wegweiser Bildung und dem Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Maßnahme ist für die Teilnehmenden kostenfrei und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit finanziert.

Sie besteht aus drei Bausteinen:

  • Basisqualifizierung "Bildungsberatung und Kompetenzentwicklung" (Module 1 bis 5)
  • Intensivdeutschkurs mit einer Abschlussprüfung auf Niveau C1 (300 UE)
  • Fachforum Beratung in Freiburg

Begleitende Bestandteile über den gesamten Qualifizierungszeitraum sind das individuelle Berufscoaching, die Unterstützung bei der Anerkennungsberatung sowie die Hospitation bei bildungsberatenden Akteuren und Institutionen in Freiburg.

Die Brückenmaßnahme begann am 7. Juni mit 19 Teilnehmenden und endet am 18. Dezember mit der Vergabe der Abschlusszertifikate.

Die ersten beiden Module der Basisqualifizierung wurden im Juni und im August durchgeführt. Das dritte Modul findet im September statt. Die Gruppe trifft sich zwischen den Modulen zur Erarbeitung der Aufgaben.

Die Teilnehmenden haben bereits gute bis sehr gute Deutschkenntnisse. Sie kommen aus Südamerika, Mittel- und Osteuropa, dem Nahen und Mittleren Osten und bringen neben ihren Sprach- und Fachkenntnissen auch das Wissen um die kulturellen Besonderheiten der Herkunftsländer mit. Die interkulturelle Vielfalt der Gruppe zeigt die Beratungsbedarfe zusätzlich aus einer anderen Perspektive.

Die sprachliche Sicherheit wird durch die Verzahnung des Deutschunterrichtes mit den Inhalten der Module verfestigt. Dazu tauschen sich die Dozentinnen der Universität Mainz und der Volkshochschule Freiburg aus, beispielsweise zu Fachbegriffen oder Präsentationsformaten, die im Deutschunterricht aufgegriffen werden.

Für den Inhalt verantwortlich:
VHS Freiburg (Projektleitung)
Elke Singewald (Koordinatorin Brückenmaßnahme)
Clara Maria Kecskeméthy (Leitung Wegweiser Bildung)

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Buchbesprechung: „Praktiken der professionellen Bildungsberatung“

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Gieseke, Wiltrud & Stimm, Maria (2016): Praktiken der professionellen Bildungsberatung. Innensichten auf die Entscheidungsfindung im Beratungsprozess. Wiesbaden: Springer VS (ISBN: 978-3-658-10877-9; 34,99€)

(Weiter)Bildungs- und Berufsberatung gewinnen gerade unter aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung für die Pädagogik und insbesondere für die Erwachsenenbildung. Während jedoch theoretische Hintergrundmodelle, kommunikative Konzepte oder Fragen der Qualitätsentwicklung eher im wissenschaftlichen Fokus stehen, sind die eigentlichen Interaktions- und Kommunikationsprozesse im Beratungsgeschehen noch weitgehend unerforscht. Gieseke und Stimm greifen in ihrem umfassenden Werk diese bislang vernachlässigte Dimension auf und legen eine Untersuchung vor, die nicht nur theoretisch tiefgehend gestützt ist, sondern auch im empirischen Design innovative Wege geht. Ausgangspunkt sind Prozessverläufe von Weiterbildungs- und Berufsberatungen, die in ihrer pädagogischen Praktik analysiert werden.

Zur Einbettung der Methodik wird Bildungsberatung im ersten Kapitel begrifflich gefasst und im pädagogischen Kontext verortet, bevor dann unterschiedliche Qualitäts- und Kompetenzmodelle vorgestellt werden. Mit Blick auf den Entscheidungsprozess im Beratungshandeln präsentieren Gieseke und Stimm deskriptive und präskriptive Entscheidungstheorien, die - angereichert durch den Deutungsmusteransatz - einen fundierten Zugang zur Thematik erlauben. Mit der Rückbindung an ethische, neurobiologische und psychologische Befunde (S. 33ff) eröffnen sie für die Praxis weiterführende Fragestellungen, die in zukünftigen Arbeiten in den Blick genommen werden sollten. Die Akzentuierung von Emotionen im Beratungskontext verweist auf einen bislang meist ignorierten aber zentralen Aspekt von Beratung und das unabdingbare Zusammenspiel von Emotionen und Kognitionen in der Erkenntnisgenese (Kapitel zwei). Kapitel drei konzentriert sich auf die Praktiken der Beratung als pädagogische Handlungsform und dialogische Interventionspraktik, bevor dann die Gestaltung von Beratung in ihren eigentlichen Prozessverläufen im Vordergrund steht (Kapitel vier). Die fünf präsentierten und diskutierten Modelle zu Gesprächsverläufen bieten gerade in ihrem systematischem Vergleich eine klare und pointierte Übersicht zur Analyse von Beratungsgesprächsverläufen, die auch grafisch gut gelungen ist. 31 Beratungsmitschnitte und 15 Interviews mit Beratenden stellen den empirischen Korpus dar, anhand dessen mittels der Dialogmusteranalyse nach Kohl implizite und explizite kommunikative Teilziele induktiv in Beratungen identifiziert werden (Kapitel 5). Die beiden dabei extrahierten „Aktivitäten zur Beziehungsausgestaltung“ und „Aktivitäten zur Erweiterung des kommunikativen Handlungsradius“ werden dann weiter ausdifferenziert (Kapitel 6). Die vielen Dialogpassagen verweisen nicht nur auf den großen empirischen Aufwand der Analyse, sondern erlauben ein lebhaftes Nachvollziehen des Forschungsprozesses sowohl für die Wissenschaft als auch für die Praxis. Das Zusammenspiel der elf dialogmusterspezifischen und zwei dialogmusterunspezifischen kommunikativen Teilziele fungiert - so zeigt die Untersuchung - als „neuralgische Sequenz“ (S. 232). Hier trifft das inhaltlich-thematische Wissen mit der atmosphärischen Beziehungsgestaltung zusammen. Von der Art dieser Verknüpfung hängt dann – so zeigen die Resultate – der weitere Beratungsprozess maßgeblich ab. Praxisnah wird dies anhand dreier Beispiele und jeweils fünf Sequenzen systematisiert und verdeutlicht. Zusätzlich greifen die Autorinnen noch weitere Aspekte heraus, die sich als bedeutsam für den Beratungsprozess entpuppt haben, wie z.B. die Rolle potenzieller Begleitpersonen, Genderaspekte oder Auswahlprobleme bei vielen Handlungsalternativen.

Die seitens Giesecke und Stimm extrapolierten Einflussfaktoren professioneller Beratungspraktik erlauben, als eine der ersten Untersuchungen überhaupt, eine tiefgehende Analyse des Kommunikations- und Interaktionsgeschehens in Beratungsprozessen, die besonders die Beziehungsgestaltung fokussiert. Hinsichtlich der weiteren Professionalisierung und Qualitätsentwicklung pädagogischer Beratung bietet das Buch somit konkrete Implikationen und Fragestellungen. Die gilt auch für die im Ausblick (Kapitel 7) konstatierten Herausforderungen im Spannungsfeld von organisationalen Vorgaben und persönlichem Anspruch, der Frage nach der Bedeutung von Wissen sowie der Forderung nach einer neuen Theorie von Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung.

 

Über die Autorinnen
Prof. Dr. Wiltrud Gieseke ist Seniorprofessorin für Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Maria Stimm (M.A.) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Erwachsenenbildung/Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Eine Buchbesprechung von:
Dr. Kira Nierobisch. Sie  ist Akademische Mitarbeiterin in der Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Seit vielen Jahren lehrt sie als Dozentin beim RQZ Mainz und ist Leiterin der univeritätsinternen Qualifizierung für  Studienberatende im Rahmen des Projekts " Lehren, Organisieren, Beraten (LOB)" der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Der neue überarbeitete ProfilPASS

Seit dem 01. Oktober 2016 steht der ProfilPASS und der ProfilPASS für junge Menschen inhaltlich überarbeitet, in neuen Formaten und zu neuen Preisen zur Verfügung.

Neue Form für die Printfassung
Der neue ProfilPASS und der neue ProfilPASS für junge Menschen werden ab dem 01. Oktober 2016 als Workbook angeboten (Softcover im Format A4, Umfang: ca. 90 perforierte und gelochte Seiten zum Heraustrennen).

Kostenfreie barrierefreie elektronische Fassung
Neben der bestellbaren Printversion können beide Pässe kostenfrei als barrierefreie PDF-Dokumente auf den Internetseiten profilpass.de und profilpass-fuer-junge-menschen.de zum Selbstausdrucken heruntergeladen werden. Gleichzeitig werden auch kostenfrei barrierefreie PDF-Dokumente als Formular zum Ausfüllen am Computer angeboten.

Die wichtigsten inhaltlichen Änderungen beim blauen ProfilPASS
Auf der Grundlage der in den letzten Jahren gesammelten Rückmeldungen der Dialogzentren und den ProfilPASS-Beratenden wurde der blaue ProfilPASS inhaltlich überarbeitet.

  • Zielgruppenoffenheit: Der ProfilPASS fungiert zukünftig als zielgruppenneutrale „Basis-Version“, die um zielgruppenspezifische Zusatzmaterialien ergänzt werden kann.
  • Aktualisierung des Kompetenzverständnisses: Im neuen ProfilPASS wird nicht mehr zwischen Fähigkeiten und Kompetenzen unterschieden. Das Niveaustufenmodell beim vierten Schritt „Bewerten“ wurde entsprechend angepasst.
  • Darstellung der Kompetenzen: Zukünftige Nutzer/innen können zwischen mehreren Darstellungsmöglichkeiten für ihre Kompetenzen auswählen.

Weitere Änderungen sowie Informationen zu Preisen, Bestellmöglichkeiten etc. finden Sie auf der Zusammenfassung unter diesem LINK.

 

 

Materialvorstellung: Kompetenzkarten in der Beratung von Einwanderern (kostenlos zum Download)

kompetenzkarte_beispielDie Bertelsmann Stiftung hat mit dem Forschungsinstitut Betriebliche Bildung gGmbH und den Trägern der freien Wohlfahrt Kompetenzkarten für die Migrationsberatung entwickelt.  Ziel der Kompetenzkarten ist die Vorerfahrungen und Qualifikationen der Menschen mit Migrationshintergrund sicht- und nutzbar zu machen. Durch die Kombination von Bild und Text in einfacher Sprache werden Barrieren abgebaut.

Der Einsatz der Kompetenzkarten ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität hinsichtlich der Interessen und Bedarfe der Zielperson, des Zeitrahmens und der Auswahl der Kompetenzbereiche im Beratungsprozess. Sie können den Gesprächseinstieg in der Migrationsberatung erleichtern, aber auch eine komplette Kompetenzfeststellung auf Basis einer Selbsteinschätzung der Klienten ermöglichen.

46 Kompetenzkarten gliedern sich auf in die Bereiche Sozial-, Personal- sowie Fach- und Methodenkompetenz. Ergänzend gibt es elf Interessenkarten, neun Karten mit weiterführenden Hinweisen und drei Verstärkungskarten. Die Karten sind nach Kompetenzbereichen geordnet und innerhalb dieser fortlaufend nummeriert. Jede Kartengruppe ist farblich codiert: Soziale Kompetenz (grün), Personale Kompetenz (gelb), Fach- und Methodenkompetenz (blau), Interessen (orange), weiterführende Materialien (grau) und Ergänzungen (rot).

Jede Kompetenz wird durch ein Bild illustriert, einen Satz in einfacher Sprache beschrieben und ist in folgende sieben Sprachen übersetzt: Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch, Farsi, Türkisch und Tigrinya. Auf der Rückseite befinden sich weitere Erläuterungen und Fragen zum Kompetenzbegriff, Hinweise zu Vertiefungskarten und weiterführenden Materialien.

Um eine Anschlussfähigkeit an die Agenturen für Arbeit und Jobcenter zu sichern, wurden die im Profiling genannten 20 Stärken übernommen, die bei der Potenzialerfassung eine Rolle spielen. Ein roter Rand markiert diese Karten.

Weiterführende Informationen

Handreichung Kompetenzkarten in der Beratung von Einwandern mit Bastelbögen zum Ausrucken

Link zur Projektbeschreibung  und dem Erklärvideo, indem unterschiedliche Arbeitsmethoden beschrieben werden

Döring, o.; Müller, B.; Neumann, F. (2016): Potenziale erkennen – Kompetenzen sichtbar machen. Chancen für Menschen mit Migrationshintergrund. Bertelsmann Stiftung. (Broschüre 44 Seiten)

 

 

RQZ-Verbundsitzung am 06./07. Dezember in Bottrop

Die Vertreterinnen und Vertreter der Regionalen Qualifizierungszentren treffen sich einmal im Jahr an einem der acht bundesweiten Standorte zum internen Austausch. Von dem diesjährigen Schwerpunkten werden wir im nächsten Newsletter (April 2017) berichten.