Gestaltung

Die Module

„Beraten lernen“ bedeutet, die eigene Person einzubeziehen, praktische Erfahrungen zu machen, diese zu reflektieren und mit Informationen zu verknüpfen. All dies braucht Begegnung mit sich und anderen. Die Module stellen hierfür eine Plattform bereit. Sie ermöglichen soziales und erfahrungsorientiertes Lernen. Sie verbinden dabei die einzelne Person, die Gruppe, fachspezifische Inhalte und die beruflichen Erfahrungshintergründe der Teilnehmenden. Sie haben verschiedene inhaltliche Schwerpunkte, die zugleich auch miteinander verknüpft sind.

Die Arbeitseinheiten

Die Module gliedern sich in Arbeitseinheiten von in der Regel eineinhalb Stunden Dauer. Die Arbeitseinheiten dienen dazu, im Rahmen der Gesamtausrichtung eines Moduls einzelne Lernziele zu bearbeiten. Dies geschieht in einem Wechsel aus Selbsttätigkeit und Informationsverarbeitung.

Die Abendeinheiten

Innerhalb eines Moduls werden mehrfach Bezüge zur alltäglichen beruflichen Arbeit hergestellt. Dies geschieht spontan, aus den eigenen Einfällen der Teilnehmenden heraus, oder es wird methodisch angeregt. Zugleich werden vielfältige Eindrücke und Lernerfahrungen gesammelt. Es lohnt sich, dies in Ruhe zu bedenken und zu verarbeiten. Dem dienen in der Regel die Abendeinheiten, wo der gemeinsame Austausch, die Reflexion, aber auch die Vertiefung oder Einübung bestimmter Beratungstechniken zumeist in einer bestimmten Form von Gesprächsgruppen (zu dritt = „Triaden“) geschieht.

Die Selbstlernphasen mit Arbeitshinweisen

Aus den Arbeitseinheiten bzw. Modulen heraus oder auf diese hin werden Selbstlernphasen einbezogen. Sie dienen dazu, bestimmte Fragestellungen oder Sachverhalte nachzuarbeiten oder vorzubereiten. Grundlage hierfür kann die Lektüre ausgewählter Texte sein, aber auch die Erarbeitung einer Analyse (z.B. des institutionellen Umfeldes der eigenen Beratungstätigkeit), eine Fallbeschreibung (aus der eigenen Beratungspraxis), die Entwicklung eines Konzeptes (z.B. für die Dokumentation von Beratungsgesprächen) usw.. Diese Selbstlernphasen werden in der Regel durch Arbeitshinweise z.B. in der Form von Frage- oder Aufgabenstellungen unterstützt.

Arbeitsmaterial

Entwicklung und Lernen in den Arbeitseinheiten, aber auch in den Selbstlernphasen wird durch Arbeitsmaterial unterstützt, das die Teilnehmenden zusätzlich erhalten. Dieses reicht von Übersichtsdarstellungen (z.B. tabellarische Auflistung von unterstützenden Handlungsformen) über Texte bis hin zu Checklisten für die alltägliche Arbeit. Generell wird darauf geachtet, dass das Arbeitsmaterial über die Module hinaus in der Berufspraxis verwendet werden kann.

Abschluss (Beratungsfall, Abschlussarbeit, Kolloquium)

Dem personbezogenen, erfahrungsorientierten Lernen von Beratung entspricht auch die Form des Abschlusses. Die Teilnehmenden erfassen und dokumentieren ihren Kompetenzgewinn in einer Weise, die den Inhalten und Methoden des Programms gemäß ist, d.h.: Sie dokumentieren und reflektieren einen Beratungsfall. Sie schreiben außerdem eine Arbeit mit einer selbstgewählten Fragestellung aus ihrer Praxis.

Bei der Dokumentation eines Beratungsfalles geht es darum, einen selbstgewählten Fall und die eigenen Interventionen darzustellen und das eigene beraterische Handeln zu reflektieren. Die Dokumentation des Beratungsfalles wird im dritten Drittel der gesamten Fortbildung erstellt. Sie wird vom Leitungsteam entgegen genommen und mit einer spezifischen Rückmeldung beantwortet. (Ausnahme RQZ Berlin-Brandenburg: Hier bildet die Dokumentation des Beratungsfalls die Grundlage für das Abschlusskolloquium.)

Die Abschlussarbeit widmet sich einem selbst gewählten Thema aus der Tätigkeit der Teilnehmenden. Hierbei kann es um Beratung im engeren Sinne, aber auch um Fragen der institutionellen Einbindung, der Öffentlichkeitsarbeit, der Entwicklung eines neuen Arbeitsbereiches usw. gehen. Es geht darum, die Problemstellung zu erläutern und die Vorgehensweise darzustellen und zu reflektieren, und zwar mit Bezügen auf das, was in den Modulen erarbeitet worden ist.

Innerhalb von Dreiergruppen werden die Arbeiten (je nach RQZ sind das die Beratungsdokumentationen oder die Abschlussarbeiten ) im  kollegialen Abschlusskolloquium ausgetauscht, mit Hilfe von Fragestellungen bearbeitet, die vorher gemeinsam entwickelt worden sind, und schließlich in einem Abschlusskolloquium diskutiert, wobei jede Dreiergruppe von einem Mitglied des Leitungsteams begleitet wird. Dieser kollegiale Reflexionsgang setzt die Grundstruktur der Beratungstrainings aus den einzelnen Modulen fort und verbindet sie mit der Beschreibung und Sicherung des individuellen Lerngewinns.