Inhalte

Bei der Entwicklung der Qualifizierungsinhalte waren zwei Grundannahmen leitend:

  1. Beratung ist eine Begleitdimension jeglicher Bildungsarbeit
  2. Bildungsberatung ist ein integrativer Ansatz, der verschiedene Formen unterstützenden Handelns verbindet. Diese können neben Beratung im eigentlichen fachlichen Sinn u.a. auch die Handlungsformen „informieren“ oder „anleiten“ sein. Die Professionalität besteht darin, die jeweils angemessene Handlungsform zu wählen und die Übergänge zwischen ihnen gestalten zu können.

Das Rahmencurriculum ist darauf ausgerichtet, dass Personen mit Beratungsaufgaben im Bildungsbereich handlungsbezogene Fähigkeiten samt den dazu gehörigen Kenntnissen entwickeln, reflektieren und verstärken. Dazu gehören folgende Kenntnisse und Fähigkeiten

  • zur Selbstwahrnehmung (weil eigene Reaktionen und Einfälle genutzt werden können, um Situationen und Probleme zu erfassen)
  • zur Wahrnehmung und Unterscheidung verschiedener Arten und Ebenen von Kommunikation
  • zur Exploration und Fokussierung
  • zur systemischen Sichtweise von Personen und Handlungen einschließlich der Wahrnehmung von Sachverhalten und Strukturen im Lebensumfeld (z.B. Erwerbstätigkeit oder Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Situation, Kommune, Region usw.)
  • zur Übernahme und Nutzung von Modellen der Beratung und des didaktischen Handelns
  • zur Reflexion der eigenen Situationen und Rollen als Lernbegleiter/-in, als Unterstützer/-in in besonderen Lebenslagen, als Anleiter/-in, als Berater/-in oder generell als Mitarbeiter/-in mit pädagogischer Ausrichtung (z.B. im Blick auf Menschenbild, Bildungsverständnis und gesellschaftlich-politischer Orientierung)
  • zum Verständnis und Erleben von Beratung als schöpferisches, auch die eigene Person immer wieder neu bereicherndes Geschehen
  • zur Gestaltung von Beratungsprozessen mit ihren Einzelaspekten (z.B.: Bezugsrahmen wechseln, Übertragung und Gegenübertragung wahrnehmen und damit umgehen, Interventionstechniken anwenden, finale Orientierungen entwickeln, alternatives Denken fördern, Ziele und Visionen anregen)
  • zur Wahrnehmung und Nutzung von Sachverhalten, die an einem Ort oder in einer Region für das Lernen bedeutsam sind (z.B. Angebote, Einrichtungen und Personen oder Institutionen mit Vermittlungs- oder Agenturfunktionen, an die ggf. weiter verwiesen werden kann)
  • zur Wahrnehmung der biographischen Einbindung jeglichen Lernens
  • zur Wahrnehmung und Nutzung von Gegebenheiten und Abläufe beim Lernen (Lernpsychologie)
  • zur Gestaltung von Lehr-Lern-Arrangements einschließlich des selbstgesteuerten und selbstorganisierten Lernens

Dies wird mit zentralen Inhaltsbereichen verbunden, zusammengefasst unter „Gestaltung des Beratungsprozesses“, „Beratung und Netzwerkmanagement“, „Rahmenbedingungen professioneller Beratung“, „Lebenslanges Lernen: Herausforderungen und Themenfelder“ sowie „Kompetenzbilanzierung und -messung“.

Struktur der Weiterbildung

Struktur der Weiterbildung (zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)